Wer einen guten Eindruck über die wirtschaftliche Situation in Griechenland und die Sicherheit dortiger Investitionen haben möchte, der sollte sich anhand einiger aktueller Wirtschaftsdaten gründlich informieren. So wie es zu erwarten gewesen ist, zeigt die europäische “Autoritätspolitik” ihre Wirkung: In einem ersten Schritt schrumpft die Wirtschaft aufgrund der Sparvorgaben – mit der Hoffnung, dass die erhöhte Wettbewerbsfähigkeit zu steigenden Exporten und verteuerten Importen führt und damit die Inlandsproduktion nachhaltig ankurbelt.

Wirtschaftsindikatoren zeigen nach unten

Einen guten Überblick über die Wirtschaftslage und das, was die Finanznews bewegt, bekommen Sie dank der aktuellen Zahlen des Statistikamtes in Griechenland. In der zweiten März-Woche wurden die Daten für die Schätzung des Bruttosozialproduktes in Griechenland bekanntgegeben. Hier sind zwei bedeutende Zahlen hervorzuheben: Die Lohnsumme (als Compensation of Employees bezeichnet) ist binnen eines Jahres um 12,7 % gesunken. Das Bruttosozialprodukt gemessen in unveränderten Preisen ist um 6,9 % geschrumpft. Damit zeigen zwei ganz unterschiedliche Wirtschaftsindikatoren nach unten -ebenso wie übrigens die aktuellen Zahlen für Bauvorhaben. Diese werden im Allgemeinen als Frühindikator für die nächsten Jahre gesehen. Denn nur Menschen mit stetigen Beschäftigungsaussichten und einem Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung des Landes investieren Geld in Immobilien. Im Dezember 2012 wurden um mehr als 30 % weniger Neubauten verzeichnet als noch ein Jahr zuvor.

Deflation und niedrige Zinsen

Auch nach dem bereits erfolgten Schuldenschnitt mit Beteiligung der Gläubiger beispielsweise von Staatsanleihen ist Griechenland noch immer weit entfernt, ein sicherer Hafen für Geldanlagen zu sein. Die 10-jährigen Staatsanleihen Griechenlands (WKN: A1G1UA) mit einem 2%-Kupon notieren am 20. März um die 49 – 50 % des Nennwertes. Während der Restlaufzeit bis zum 24.02.2023 könnten die Anleger also einen zehn Mal 2%-igen Kupon und einen Wertzuwachs auf den Nennwert verbuchen. Allerdings mit dem der Anleihe dauernd innewohnenden Risiko der Insolvenz Griechenlands.

Die derzeitigen Wirtschaftsindikatoren inklusive der Inflationsrate und Auftragseingänge geben also noch keine Hinweise auf eine Boomphase oder interessante Investmentmöglichkeiten.