Die Finanzkrise in Griechenland wächst sich aus. Um gut ein Drittel sind die Löhne seit Beginn der Krise bereits gesunken, mehr können viele beim allerbesten Willen zum Sparen nicht mehr verkraften. Und doch sieht das aktuelle Sparpaket, auf das sich Ministerpräsident Samaras und Finanzminister Stournaras verständigt haben, weitere Kürzungen bei Löhnen und Renten vor, dazu eine Steuerreform. Insgesamt 12 Milliarden Euro soll das Sparprogramm in Griechenland einbringen und damit hofft die Regierung auf weitere Unterstützung seitens der EU.

sparprogramm in griechenlandGriechenlands Bürger wollen sich jedoch nicht mit weiteren Versprechungen abspeisen lassen, hat es die Regierung doch bereits in den hundert Tagen ihres Bestehens bereits geschafft, das Vertrauen der Wähler zu verlieren. Keine Kürzung der Löhne, keine Steuererhöhung, keine Absenkung des Rentenniveaus – das waren die Wahlversprechen der drei Regierungsparteien, die innerhalb kürzester Zeit gebrochen wurden. Und so steht Griechenland ein Streik bevor, der insbesondere staatliche Bereiche lahmlegen soll. Daran beteiligen wollen sich Krankenhäuser, Schulen, Banken sowie Angestellte im Verkehrs- oder Postwesen.

Auch die angeschlagene Wirtschaft in Spanien ist auf strikte Sparmaßnahmen angewiesen. Allerdings will sich Ministerpräsident Rajoy den Sparkurs nicht von der EU diktieren lassen. Geplant sind zwei neue Steuern, eine Ökosteuer und eine Steuer auf den Gewinn beim Verkauf von Vermögensgegenständen. Insgesamt sieht der Etat für 2013 Einsparungen von insgesamt 30 Milliarden Euro vor. Wenn sich Spanien jedoch doch noch dazu durchringen sollte, sich unter den Euro-Rettungsschirm zu begeben, wird sich zeigen, wie weit der Regierungschef mit seinem selbstbewussten Auftreten, das sich jegliche Einmischung der EU in seine Sparmaßnahmen verbittet, kommen wird.

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