Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) hat die Einführung der Riester Rente als „Fehlentscheidung“ bezeichnet. Laut einer neuen Studie des Instituts in der Hans-Böckler-Stiftung (IMK Report Nr. 73), kann auch die kapitalgedeckte Rente nicht garantieren, im Alter ein gesichertes Auskommen zu haben. Bleibt die momentane Situation unverändert, ist somit für viele jetzt Erwerbstätige der spätere Schritt in die Altersarmut fast unvermeidlich.

altersvorsorgeWo liegt das Problem?

Ziel der Rentenreform war es, die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung bis zum Jahr 2030 nicht über 22 % ansteigen zu lassen. Dafür wurde das Rentenniveau gesenkt, die entstehenden Lücken sollten durch zusätzliches Vorsorgesparen der Erwerbstätigen abgedeckt werden. Allerdings können sich viele Geringverdiener eine Zusatzabsicherung gar nicht leisten, und das Rentenniveau von GRV Beschäftigten liegt mit 42 % deutlich unter den durchschnittlichen 57 % anderer OECD-Ländern. Neben den vergleichsweise teuren Beiträgen weist die Riester-Rente einen weiteren Schwachpunkt auf: die Arbeitgeber beteiligen sich nicht daran, was durch die mäßigen, staatlichen Zuschüsse nicht ausgeglichen werden kann. Ohne die Reform wären die Beiträge zur GRV auf etwa 26 % gestiegen (bis 2030). Davon übernehmen Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils die Hälfte. Nun soll aber der Arbeitgeber die Hälfte des momentanen Beitragssatzes (11%) zuzüglich der 4 % für eine private Vorsorge aufbringen und das, obwohl die kapitalgedeckte Vorsorge tendenziell weniger Rendite aufweist als die umlagengedeckte Vorsorge.

Lösungsvorschläge?

Die Wissenschaftler und Forscher des IMK empfehlen eine Aufstockung niedriger Renten, die aus Steuertöpfen finanziert werden soll, sowie eine deutliche Anhebung des Rentenniveaus durch die GRV. Dafür sollen die Förderungen für Riester Renten nach und nach eingestellt werden und im Gegenzug die Beiträge zur GRV schrittweise erhöht werden. Von einer Anhebung des Renteneintrittsalters ist in ihrem Bericht nichts zu lesen.

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