Die Arbeitswelt ist heutzutage ständigen Änderungen unterlegen. Während frühere Generationen in der Regel noch eine meist höhere Wochenarbeitszeit hatten, waren diese zumindest grundsätzlich immer kalkulierbar. Zudem hatten viele Beschäftigte hauptsächlich einen Arbeitgeber, während das heutige Berufsfeld immer abwechslungsreichere Berufsaussichten bietet. Viele Menschen sind zudem in Teilzeit beschäftigt und Unternehmen gehen verstärkt dazu über, Zeitarbeiter zu verpflichten und befristete Arbeitsverhältnisse zu bevorzugen. Von fest angestellten Mitarbeitern wird zudem ein hohes Maß an Flexibilität gefordert.

Die ehemals festen Grenzen zwischen Freizeit und Arbeit verschwimmen gerade durch die ständige Erreichbarkeit dank mobiler Kommunikation und globaler Märkte. Letztendlich ist die moderne Arbeitswelt für eine immer größer werden Zahl von Beschäftigten mit enormen psychischen Strapazen verbunden – deutlich wird dies, wenn man die Fehlzeiten der letzten Jahre im Vergleich betrachtet. Diese haben sich zwar in der Fehlzeit an Tagen moderat gehalten, allerdings nimmt der Anteil psychisch bedingter Krankschreibungen gleichzeitig überproportional zu.

Die Unterschiede in den Bundesländern

Die wenigsten Krankheitsfehltage im deutschen Raum kann Baden-Württemberg verzeichnen, wo eine Erwerbsperson durchschnittlich 11,6 Tage krankgeschrieben wurde – die meisten Fehltage wurden dagegen in Mecklenburg-Vorpommern vermeldet und lagen bei 17,5. Sachsen-Anhalt und Brandenburg liegen mit knapp 17,3 beziehungsweise 16,8 Fehltagen knapp dahinter. Weniger ist es dagegen in Bayern mit 12,2 Tagen, Hessen mit 14 Tagen und Bremen mit 14,2 Tagen. Hierbei vermerkt der offizielle jährliche Gesundheitsreport der TKK außerdem, dass die Rangfolge der Länder von Jahr zu Jahr keinen großen Schwankungen unterlegen ist und sich relativ konstant gehalten hat.

Die häufigsten Erkrankungen

Zwar steigen die Leiden aufgrund psychischer Probleme in besorgniserregendem Maße, zu den häufigsten Krankheitsbildern gehören sie allerdings noch nicht. Eine besonders große Rolle spielen dagegen Krankheiten des Atmungsorgans, auch Krebs und andere Neubildungen sind anzutreffen, ebenso wie Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes, Hauterkrankungen oder Krankheiten des Kreislaufsystems wie beispielsweise Bluthochdruck, Schlaganfall oder Herzinfarkt. Die längsten Fehlzeiten verursachen dabei Erkrankungen wie Krebs und andere Neubildungen mit etwa 28 Fehltagen bei Männern und 39 Fehltagen bei Frauen. Ähnlich lange Fehlzeiten lassen sich sonst nur bei psychischen Störungen finden, die bei Männern für rund 45 Fehltage und bei Frauen für 42 Fehltage sorgen.

Entstehende Kosten durch Ausfälle

Im Jahr 2011 schätzt die Bundesanstalt für Arbeit und Arbeitsmedizin den Produktionsausfall der Firmen auf 46 Milliarden Euro, die auf Basis der insgesamt 460 Millionen Krankheitstage errechnet wurden. Anzumerken ist diesbezüglich aber, dass Teile der Arbeit von anderen Kollegen teilweise oder komplett übernommen werden und nicht jeder Betrieb immer komplett ausgelastet ist – somit würde sich ein geringerer Wert ergeben.