Die Meinung, dass die moderne Massentierhaltung den Klimawandel begünstigt, wurde bisher hauptsächlich von Vegetariern und Naturschutzverbänden vertreten. Nun hat sich eine staatliche Behörde in Skandinavien in das Thema eingemischt. Die schwedische Jordbruksverket, dem Landwirtschaftsministerium unterstellt, legte einen Bericht vor, nach dem eine europaweite Fleischsteuer als Maßnahme für den Klimaschutz eingeführt werden soll.

Überzeugte Fleischesser gegen Klimaschützer

In ganz Europa wird immer mehr Fleisch gegessen, denn die heutige Massentierhaltung macht immer günstigere Endpreise möglich. Auch Deutschland gilt als ein Land, in dem gerne und viel Fleisch verzehrt wird. Fleisch gehört für die meisten ganz selbstverständlich zum Alltag. Dabei ist alleine schon die Aufzucht der dafür benötigten Tiere schädlich für das Klima. Etwa ein Fünftel des Klimagasausstoßes weltweit rührt aus der Tierhaltung zur Fleischproduktion. Den wenigsten Fleischessern ist wohl bewusst, dass eine einzige Fleischmahlzeit bereits 3 Kilo Kohlendioxid verursachen kann. Würden die Verbraucherpreise durch eine künftige Steuer steigen – bei einem Kilo Rindfleisch um rund 1,50 Euro -, wäre laut der schwedischen Theorie zwangsläufig ein sinkender Fleischkonsum die Folge. Müsste weniger Futter für Nutztiere produziert werden, so könnten auf diesen Feldern stattdessen andere für die Weltbevölkerung benötigte Nahrungsmittel wachsen, lautet die Hypothese.

Wie realistisch ist eine künftige Fleischsteuer?

Die Länder der EU müssten sich über eine Fleischsteuer einig sein, ansonsten hat der schwedische Vorschlag, veröffentlicht in dem Bericht “Eine nachhaltige Fleischproduktion”, keine Chance. Kritik von der europäischen Fleischindustrie ist außerdem abzusehen. Schließlich ist die Fleischproduktion ein wichtiger Wirtschaftszweig, was der Politik bewusst ist. Eine Alternative zu der vorgeschlagenen Fleischsteuer, die an den Konsumenten hängen bleibt, wäre eine bereits vom deutschen Umweltbundesamt vorgeschlagene Abgabe größerer Mastbetriebe, je nach Menge der jeweils produzierten Gase.