Neun Jahre nach ihrer Einführung ist es nun soweit: die Praxisgebühr wird wieder abgeschafft. Eine gute Nachricht für Patienten, die bislang bei Arztbesuchen 10 Euro Praxisgebühr pro Quartal zahlen mussten. Dazu kam eine gleich hohe Zahnarzt Praxisgebühr. Wer also regelmäßig zum Arzt und Zahnarzt geht, spart sich satte 80 Euro im Jahr – eine Erleichterung, die vor allem Rentnern oder Hartz IV Empfängern zu Gute kommt.

Erfreulich ist es aber auch für Arztpraxen, die nun keinen zusätzlichen Verwaltungsaufwand  (bis zu 120 Stunden pro Jahr) mehr betreiben müssen, um die Gebühren für die Krankenkassen einzutreiben und weiterzuleiten. Wie kommt es nun zu diesem Sinneswandel? Gezeigt hat sich, dass die Praxisgebühr nicht den erhofften Erfolg – eine Regulierung der Arztbesuche und damit verbunden eine Entlastung der Arztpraxen – gezeigt. Folge war vielmehr ein erhöhter Verwaltungs- und Zeitaufwand, wodurch weitere Kosten verursacht wurden. Kritisiert wird die Entscheidung von den Krankenkassenverbänden, die nun schrumpfende Reserven bei den Krankenkassen befürchten. Schon ist die Rede von Ausgleichszahlungen und dann ist es wohl keine Frage, an wem das wieder hängen bleiben wird.

Was bedeutet die Abschaffung der Praxisgebühr?

Was bedeutet es nun für die Patienten konkret? Ab dem 01.01.2013 müssen Sie keine Praxisgebühr im Quartal mehr entrichten. Das gilt sowohl für Ärzte, als auch für Zahnärzte. Außerdem können auch Fachärzte wieder ohne Überweisung und die damit bisher verbundene Gebühr aufgesucht werden. An der Zuzahlung für Medikamente ändert sich allerdings nichts. Bleibt die Hoffnung, dass Ärzte sich nun tatsächlich wieder vermehrt ihrer Aufgabe der Patientenbetreuung widmen können.

© Marco2811 – Fotolia.com