Deutschland wird oftmals als Sozialstaat hoch gepriesen, doch wie gerecht geht es wirklich zu? Wie fallen beispielsweise die Gehälter in Deutschland im Vergleich von Mann und Frau aus?

Traurige Tatsache ist: hgehaeltervegleichier geht es alles andere als gerecht zu. Natürlich gibt es auch in anderen europäischen Ländern Unterschiede, doch kein Land schneidet beim Gehältervergleich so schlecht ab wie Deutschland. Das ist das Resultat einer OECD Studie vom März dieses Jahres. Durchschnittlich sind es 22 % weniger Gehalt, die eine vollbeschäftigte Frau im Vergleich zum Mann bezieht. Das bedeutet im Klartext: Bis Frau das gleiche Gehalt erwirtschaftet wie ein Mann, muss sie 83 Tage länger arbeiten. Selbst in so konservativen Ländern wie Italien oder Spanien beträgt der Lohnunterschied nur 12 Prozent, am besten schneiden Norwegen und Belgien mit einem Unterschied von unter 9 Prozent ab. Woran liegt es, dass die Gehaltsvergleiche in Deutschland so negativ ausfallen?

Trotz Gleichberechtigung und der ständigen Diskussion um Frauenquoten bleibt Deutschland in seinen patriarchalischen Denkmustern verwurzelt: der Mann ist der Hauptverdiener der Familie, eine Frau, die arbeiten geht, verdient etwas dazu. Weniger Frauen in Führungspositionen, weniger Frauen in Vollbeschäftigung, das Ganze wird begünstigt durch gesetzliche Rahmenbedingungen wie die gemeinsame Veranlagung in Steuererklärungen und die Benachteiligung von Frauen, bzw. Müttern, die sich zusätzlich zu ihrer Berufstätigkeit auch noch um die Kinder kümmern.

Lösung in Sicht?

Wie kann das Dilemma gelöst werden? Ist eine erzwungene Frauenquote tatsächlich eine Möglichkeit, für mehr Gerechtigkeit zu sorgen? Vorstellbar ist das kaum. Erforderlich ist ein grundsätzliches Umdenken und die Fähigkeit bei der Besetzung einer Stelle die richtigen Kriterien anzulegen. Und die heißen nicht: Alter, Geschlecht oder Nationalität sondern Qualifikation und Fähigkeiten. Erst wenn Berufe und Löhne nach diesen Faktoren beurteilt werden, kann es eine gerechte Verteilung geben.

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