Den Begriff Privatinsolvenz hört man immer wieder, doch was ist das eigentlich und wie läuft so etwas ab? All diese Fragen werden hier beantwortet.

Was ist Privatinsolvenz?

Einfach ausgedrückt dient die Privatinsolvenz dazu, Schuldner von ihren Schulden zu befreien. Dabei werden die Verbraucherinsolvenz und die Regelinsolvenz unterschieden.
Die Verbraucherinsolvenz betrifft, wie das Wort schon sagt, Verbraucher, deren Schulden durch den privaten Konsum entstanden sind, zum Beispiel durch Ratenkäufe. Außerdem trifft die Verbraucherinsolvenz für Selbständige mit weniger als 19 Gläubigern zu. Die Regelinsolvenz hingegen gilt, wenn der Schuldner selbständig tätig ist oder dies einmal war und mehr als 19 Gläubiger oder Schulden aus nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträgen hat.

Ablauf der Verbraucherinsolvenz

Zunächst muss ein außergerichtlicher Einigungsversuch mit den Gläubigern erfolgen. Die Gläubiger müssen kontaktiert werden und die vorliegende Schuldensumme mitteilen. Daraufhin wird ein Schuldenbereinigungsplan erstellt. Scheitert dieser, erhält der Schuldner eine Bescheinigung über das Scheitern der außergerichtlichen Einigung und kann erst dann einen Privatinsolvenz Antrag stellen.
Die Antragstellung erfolgt dann mittels umfangreicher Unterlagen, die der Schuldner bei Gericht einreichen muss. Darin klärt er über seine Vermögenslage auf und ein neuer Plan zur Schuldenregulierung wird erstellt. Das Gericht prüft die Erfolgsaussichten dieses gerichtlichen Schuldenbereinigungsplans. Sind diese gut, wird er den Gläubigern unterbreitet. Ist schließlich auch die Mehrheit der Gläubiger einverstanden, erfolgen die vereinbarten Zahlungen und das Privatinsolvenzverfahren muss nicht fortgeführt werden.
Sieht das Gericht jedoch keine Erfolgsaussichten oder willigt die Mehrheit der Gläubiger nicht in den Plan ein, so wird das Insolvenzverfahren eröffnet. Nun wird ein Treuhänder bestellt, der das pfändbare Vermögen liquidiert und die Gläubiger ausbezahlt, die ihre Forderungen angemeldet haben. Ist dies erledigt, so ist das Insolvenzverfahren abgeschlossen und ein neues Verfahren schließt sich an, nämlich das Verfahren der Restschuldbefreiung, die sogenannte Wohlverhaltensphase. Diese dauert sechs Jahre und der Schuldner muss eine Reihe von Auflagen erfüllen, um schließlich auch von seiner Restschuld befreit zu werden und schuldenfrei einen Neuanfang machen kann.