Der deutsche Leitindex DAX, hat in 2015 ein stark schwankendes Jahr noch nicht ganz hinter sich. Im ersten Quartal gab es 30 % Zugewinne, während die Quartale danach bis heute einen fallenden Markt repräsentierten. Für jemanden, der lediglich Aktien handelt, können fallende Märkte daher nur schwer gewinnbringend genutzt werden. Für jemanden der Derivate für den Handel wählt, stellt das im Grunde genommen kein Problem mehr da. Man muss sich nur für ein Produkt entscheiden.

Binäre Optionen sind stark auf den privaten Händler ausgerichtet. Sie sind in ihrer Struktur einfach zu verstehen und werden für den Handel von vielen liquiden Märkten angeboten. Sie sind den klassischen Optionen ähnlich, auch wenn hier und da Unterschiede bestehen. Doch wie kann man auch bei rückläufigen Märkten binäre Optionen handeln?

Mit binären Optionen Märkte shorten

Einen Markt zu „shorten“, oder „Shortgehen“, ist ein Begriff aus dem Fachjargon und das Pendent zum „Longgehen“. Short bedeutet in diesem Fall auf einen fallenden Markt zu setzen und Long vice versa. Bei binären Optionen sind Puts für einen fallenden Markt stellvertretend und Calls für steigende Märkte. Bei klassischen Optionen gibt es noch eine weitere Unterteilung. Dort geht man eine Put/Call Option zusätzlich short oder long. Diese Unterteilung gibt es bei binären Optionen nicht.

In der Regel werden binäre Optionen kurzfristig gehandelt und da Kurse ständig schwingen, kann man kurzfristige Swings nach unten gut handeln. Vorteilhaft erscheint in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass fallende Märkte dynamischer ablaufen, man daher schneller im Gewinn, also „in the money“ mit seiner Option landen kann. Das folgende Chart macht diesen Umstand deutlich. Während der Ölpreis vier Wochen lang gestiegen ist, benötigte er lediglich eine Woche, um auf den Preis von vor vier Wochen zu fallen. Dementsprechend können fallende Märkte kurzfristig besser gehandelt werden als andersherum.

Beispiel um einen rückläufigen Markt zu handeln

Bevor man einen Markt handelt, muss man ihn vorher analysieren. Analysieren bedeutet, dass man versucht die Wahrscheinlichkeit für den zukünftigen Kursverlauf einzuschätzen. Dafür gibt es eine Menge an Methoden, die gängigste ist dabei jedoch die technische Analyse der Kurse. So ähnlich wie das obere 4 Stunden Chart für den Ölpreis zeigt, kann ein Ausbruch aus einem Aufwärts- oder Abwärtstrend gehandelt werden. Beim „Shorten“ kommen nur Aufwärtstrends oder Seitwärtsphasen in Frage.
Im nächsten Schritt müssen Handelsregeln definiert werden. Das ist wichtig um eine Stabilität in der Performance zu erreichen. Der Handel nach der technischen Analyse muss zwingend und stets nach den definierten Regeln erfolgen. Folgende Regeln könnten dabei vereinfacht definiert werden:

  1. Gehandelt wird der Ölpreis auf 1 Stunden Basis
  2. Strategie: Ausbrüche aus Trends oder Seitwärtsphasen
  3. Optimierung durch RSI Indikator Divergenz
  4. Laufzeit 1 Tag

Das obere Chart zeigt den WTI Ölpreis auf Stundenbasis. Ein deutliches Signal muss der RSI Indikator liefern. Der RSI Indikator misst die Stärke des aktuellen Trends. Das zuverlässigste Signal ist dabei die Divergenz zum Kurs.

Wenn also im Kurs ein größeres Hoch gebildet wird, während das Hoch im RSI Indikator niedriger ausfällt, besteht diese Divergenz. Es ist ein Indiz dafür, dass eine Trendwende wahrscheinlicher wird. Erst wenn das gegeben ist, muss als folgende Regel eine relevante Unterstützung gebrochen werden. Daraufhin kann eine Put-Option mit der Laufzeit bis Ende des Tages gekauft werden. Das ist nur eine Strategie für den Handel von fallenden Märkten mit binären Optionen.

Fazit: Binäre Optionen eignen sich gut bei rückläufigen Märkten

Mit binären Optionen, können vor allem kurzfristige Swings in den Märkten gehandelt werden. Dabei ist vorteilhaft, dass der Trader nicht entscheiden muss, wann er seine Position schließt, sondern die Option nach festgelegter Zeit abläuft. Das ist hilfreich bei der Einhaltung der Handelsregeln. Märkte fallen in der Regel schneller und dynamischer. Das liegt daran, dass Verkaufsorder als Absicherungen gegen hohe Verluste genutzt werden, und zwar in der Anzahl höher als Kauforder. Man kann auch sagen, dass bei fallenden Märkten die Verlustängste überwiegen, während bei steigenden Märkten die Ängste einen guten Einstieg zu verpassen dominieren. Diese Ängste sind jedoch nicht so stark, da ein Verlust emotional als schwerwiegender empfunden wird.

Wer sich für den Handel mit binären Optionen interessiert, sollte sich dennoch vorher über die Struktur und die unterschiedlichen Optionstypen informieren und schauen ob sie für ihn geeignet sind. Trading ist vordergründig nicht vom Produkt abhängig, sondern vom Trading-Stil. Setzt der Trader auf einen Stil, bei dem strikte Handelsregeln erfordert sind, und ist er kurzfristig orientiert, für den, könnten binäre Optionen eine Wahl sein.

Bildquelle: Meta Trader 4 Admiral Markets