Fragt man die Deutschen, so sichern diese sich lieber zweimal ab als gar nicht und jeder noch so unwahrscheinliche Schadensfall wird in Betracht gezogen. So geben die Deutschen laut „Bild“ jährlich beinahe 1.800 Euro für ihre Versicherungen aus und sind dabei durchschnittlich im Besitz von sechs oder sogar mehr Policen. Wie viele überflüssige Policen dabei sind und sich in der Regel ausschließlich für den Versicherer auszahlen, ist vielen Versicherungsnehmern dabei nicht klar.

Diese Versicherungen braucht man nicht

  • Spezielle Reise-Versicherungen
    • Diese Versicherungen decken beispielsweise einen Reiserücktritt oder den Verlust von Reisegepäck ab, sind in der Regel allerdings deutlich zu teuer und beinhalten zudem dutzende Ausschlussklauseln. Das Gepäck selbst ist außerdem bereits über die Reisegesellschaft versichert, sodass eine zusätzliche Versicherung entsprechend nutzlos ist. Die Kosten einer solchen Versicherung betragen je nach Laufzeit und Versicherungssumme zwischen 15 und 100 Euro im Jahr. Eine Reise-Versicherung, die dagegen durchaus nützlich ist und nicht mit den genannten verwechselt werden sollte, ist die Auslandsreise-Krankenversicherung.
  • Insassenunfall-Versicherung
    • Vom Prinzip her deckt diese Versicherung die Kosten ab, die entstehen, wenn ein Mitfahrer bei einem Unfall beispielsweise verletzt wird. Problem dieser an sich sinnvoll klingenden Versicherung ist: Sie ist völlig unnötig, da Schäden komplett durch die Haftpflicht-Versicherung oder Kfz-Versicherung abgedeckt werden. Wenn jemand anders als der Fahrzeughalter den Schaden verursacht, greift dessen Versicherung. So können jährliche Kosten von bis zu 60 Euro eingespart werden.
  • Versicherungen für Handy, Kontaktlinsen und Co.
    • Auch der Verlust von Kontaktlinsen oder Brillen lässt sich durch eine entsprechende Versicherung abdecken. Allerdings gilt hierbei zu bedenken, dass die Reparatur- und Ersatzkosten in der Regel in einem überschaubaren Rahmen bleiben, wodurch eine Versicherung nicht zwingend notwendig ist. Zwar liegt eine solche Versicherung bei nur etwa 10 Euro im Jahr, allerdings sind sie oft in Tarifpaketen enthalten und verteuern diese so unnötig.
  • Die Versicherung spezieller elektronischer Geräte lohnt sich ebenfalls nur bedingt, da diese meist nur bei bestimmten Schäden greift und zudem meist auch nur den Zeitwert zahlt. Die vielen Ausschlussklauseln sowie ein teils hoher Preis der Policen pro Monat rechtfertigen eine solche Versicherung daher meistens nicht. Außerdem sind viele Risiken bereits über die Hausratversicherung gedeckt und die Elektronikgeräte selbst fallen darüber hinaus in den ersten beiden Jahren unter die Herstellergarantie.
  • Glasbruch-Versicherungen
    • Diese Versicherung soll Schäden an Fenster- oder Türglas abdecken. Lohnen tut sich diese Investition allerdings in den seltensten Fällen, denn oft sind die Reparaturkosten überschaubar und spezielles Glas wie beispielsweise am Ceran-Kochfeld oder Aquarium sind nicht mitversichert oder kosten extra. Mit knapp 60 Euro pro Jahr stehen die Beiträge zudem in keinem Verhältnis zu den geringen Leistungen und Glasschäden entstehen ohnehin statistisch gesehen relativ selten.