Deutsches Gold soll zurück nach Deutschland – das ist es zumindest, was eine Bürgerinitiative, der sich bereits mehrere Politiker, Wirtschafts- und Wissenschaftsexperten angeschlossen haben, fordert. Besonders heiß ist die Diskussion in den letzten Tagen entbrannt, als Bundestagsabgeordneten die Besichtigung des gelagerten Goldes in der Banque de France in Paris verwehrt wurde.

Rund zwei Drittel der deutschen Gold Reserven befinden sich derzeit im Ausland, nämlich in New York, Paris und London. Die Absage des Bundesbankvorstands macht misstrauisch und so fordert nun auch der Bundesrechnungshof, dass die gelagerten Goldbestände in ausländischen Banken einer regelmäßigen, physischen Prüfung unterzogen werden sollen. Doch ist das eine ausreichende Lösung? Auch die deutsche Bundesbank kündigte weitere Maßnahmen an. So sollen Teile des Goldes aus New York zurückgeholt werden, Menge und Echtheit sollen überprüft werden.

Warum deutsches Gold im Ausland gelagert wird

Die Lagerung von Bundesgold im Ausland geht auf die Zeit des Bretton-Wood-Systems zurück, durch das nach dem zweiten Weltkrieg ein stabiles, internationales Währungssystem mit festen Wechselkursen aufgebaut werden sollte. Länder mit Leistungsbilanzüberschuss – zu denen schließlich auch Deutschland gehörte – begannen, Goldreserven anzusammeln. Um im Bedarfsfall schnell darauf zugreifen zu können, wurden die Goldbestände an bedeutenden Goldhandelsplätzen gelagert. Auch nachdem das Bretton-Woods-Abkommen Anfang der 70er Jahre wieder aufgegeben wurde, blieb die Gold Lagerung im Ausland bestehen, was in den Jahren des kalten Krieges auch weiterhin als sinnvoll erachtet wurde.
Doch die Zeiten haben sich geändert. Die Forderung, die deutschen Goldreserven wieder zurückzuführen erscheint also durchaus berechtigt, es wird schwer werden, das aufgekeimte Misstrauen gegenüber den ausländischen Bundesbanken wieder vollends zu zerstreuen. Und selbst wenn dies gelingen sollte, werden die Stimmen, die ein Heimholen des deutschen Goldes verlangen, wohl nicht verstummen.

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